Vor dem
Hintergrund sich rasant entwickelnder Informations- und Kommunikationstechnologien findet zur Zeit ein organisatorischer Wandel in Unternehmen statt. An die Stelle räumlich und zeitlich festgelegter Strukturen kommt es zu neuen netzwerkartigen Organisations- und Arbeitsformen, bei denen Ort und Zeit flexibel werden. Der Telearbeit wird bei dieser Entwicklung neuer Arbeitsformen eine wichtige Rolle zugewiesen.
Unter Telearbeit versteht man eine informationstechnisch gestützte Tätigkeit, die ganz oder teilweise in der Wohnung der Mitarbeiter bzw. der Mitarbeiterinnen verrichtet wird. Gerade für Frauen wird Telearbeit als eine Arbeitsform propagiert, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern soll. Aber auch Männern, die mehr Zeit für ihre Familien erübrigen wollen, erscheint Telearbeit als attraktive Alternative. Das empirische Forschungsprojekt
TELECHANCE will u.a. klären, ob und unter welchen Bedingungen Telearbeit für Berufstätige mit Kindern oder mit pflegebedürftigen Angehörigen vorteilhaft ist und welche Risiken damit verbunden sind.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, in der sich die neuen Arbeitsformen eben erst herauszubilden beginnen. Gerade für ländliche,
strukturschwache Gebiete könnte Telearbeit eine Möglichkeit sein, berufsbedingte Abwanderungen zu bremsen, sofern Unternehmen bereit sind, Telearbeit verstärkt anzubieten.
ã Gabriele Winker, Bettina Maus